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Scrunchie nähen: Anleitung, Maße und drei Varianten
Ein Scrunchie zu nähen dauert mit etwas Übung keine 20 Minuten und ist eines der besten Projekte für Stoffreste. Die Anleitungen im Netz nennen allerdings Maße zwischen 30 und 55 Zentimetern und erklären selten, woher die Zahlen kommen. Mit der Faustregel weiter unten lässt sich jede Größe selbst ausrechnen, und für die Naht braucht es nicht einmal eine Nähmaschine.
Material und Maße für ein Scrunchie
Für ein Scrunchie in Standardgröße braucht man einen Stoffstreifen von etwa 45 mal 10 Zentimetern und ein Gummiband von 18 bis 20 Zentimetern Länge. Jede andere Größe lässt sich daraus ableiten.
Die Länge des Stoffs bestimmt, wie stark das Scrunchie rafft. Als Faustregel gilt das Zweieinhalbfache der Gummilänge, bei dünnen Stoffen gern das Dreifache. Die Breite bestimmt das Volumen. Ein 10 Zentimeter breiter Streifen ergibt fertig eine Röhre von etwa 4 Zentimetern, weil Nahtzugaben und Falz abgehen.
- Mini für dünnes Haar und Zöpfe, Stoff 30 × 7 cm, Gummi 14 bis 15 cm
- Standard, Stoff 45 × 10 cm, Gummi 18 bis 20 cm
- XXL, das bauschige Modell aus den 90ern, Stoff 60 × 16 cm, Gummi 20 cm
Alle Maße enthalten 1 Zentimeter Nahtzugabe. Beim Gummiband haben sich 5 bis 10 Millimeter Breite bewährt. Ein schmaleres rutscht im Haar, ein breiteres macht das Scrunchie steif. Wer kein Gummiband zur Hand hat, kann ein schlichtes Haargummi ohne Metallteil einziehen, dann entfällt das Zusammennähen des Gummis.
Außerdem nötig sind passendes Garn, eine Sicherheitsnadel zum Einziehen, Stecknadeln oder Klammern, eine Schere und ein Bügeleisen. Mit Nähmaschine geht es schneller, nötig ist sie nicht.
Welcher Stoff sich zum Scrunchie nähen eignet
Fast jeder Stoff lässt sich zu einem Scrunchie verarbeiten, solange er dünn genug ist, um sich in Falten legen zu lassen. Aus Jeans oder Canvas wird eher eine dicke Wurst als ein weiches Haargummi.
- Baumwolle und Popeline sind für den Anfang die beste Wahl. Sie verrutschen beim Nähen nicht, lassen sich gut bügeln und verzeihen schiefe Nähte.
- Viskose und Musselin fallen weicher und raffen schöner, rutschen aber etwas mehr unter dem Nähfuß.
- Jersey dehnt sich und franst nicht aus. Mit einer leichten Zickzack- oder Stretchnaht nähen, damit die Naht nicht reißt.
- Samt und Nicki ergeben das klassische Scrunchie der frühen 90er. Der Flor verschiebt sich gern, deshalb großzügig stecken.
- Seide und Satin machen beim Nähen am meisten Mühe, lohnen sich aber für feines oder lockiges Haar. Die glatte Oberfläche reibt weniger am Haar, das Scrunchie hinterlässt kaum Knicke.
Bei Stoffresten scheitert es meist an der Länge. Notfalls lassen sich zwei kürzere Streifen zusammennähen. Die Quernaht verschwindet später in den Falten.
Scrunchie nähen Schritt für Schritt
Mit dieser Methode bleibt am fertigen Scrunchie keine Naht sichtbar, weil die Wendeöffnung in der Längsnaht liegt und am Ende in den Falten verschwindet.
- Zuschneiden und bügeln. Stoffstreifen zuschneiden und der Länge nach rechts auf rechts falten, also mit der schönen Seite nach innen. Die Faltkante kurz anbügeln.
- Längsnaht nähen. Die offene Längskante mit 1 Zentimeter Abstand absteppen. In der Mitte eine Öffnung von etwa 5 Zentimetern lassen. Anfang und Ende der Naht verriegeln.
- Enden verbinden. An diesem Schritt hakt es beim ersten Mal fast immer. Die beiden kurzen Enden der Röhre rechts auf rechts aufeinanderlegen. Dafür ein Ende durch das Innere der Röhre zum anderen schieben, bis sich die Röhre zu einem Ring schließt, dessen Stoffkanten aufeinanderliegen. Diese Runde einmal ringsum zusammennähen.
- Wenden. Den gesamten Ring durch die Öffnung in der Längsnaht auf rechts drehen. Jetzt ist ein geschlossener Stoffschlauch entstanden, der nur noch eine kleine Lücke hat.
- Gummi einziehen. Eine Sicherheitsnadel an ein Ende des Gummis stecken und durch die Öffnung einmal rund durch den Schlauch schieben. Das andere Ende vorher mit einer Nadel außen fixieren, damit es nicht hineinrutscht.
- Gummi schließen. Die Gummienden 1 bis 2 Zentimeter überlappen lassen und mit einem engen Zickzackstich mehrmals festnähen. Ein fester Doppelknoten geht auch, trägt aber etwas auf.
- Öffnung schließen. Die Nahtzugaben der Öffnung nach innen schlagen und von Hand mit dem Leiterstich zunähen. Wer es schnell will, steppt knappkantig mit der Maschine darüber.
Wem der dritte Schritt zu fummelig ist, nimmt die einfachere Variante aus den meisten Shop-Anleitungen. Dabei wird die Längskante komplett genäht, die Röhre gewendet, das Gummi eingezogen und am Ende ein Rohende in das andere geschoben und von außen festgesteppt. Das geht schneller, die Quernaht bleibt aber sichtbar.
Typische Fehler beim Scrunchie nähen
Die meisten missglückten Scrunchies scheitern an denselben vier Stellen, und alle lassen sich mit einem Handgriff vermeiden.
Der Ring ist verdreht. Wer beim Verbinden der Enden die Röhre einmal zu viel dreht, bekommt ein Scrunchie mit einer Schraube darin, das sich im Haar nie richtig legt. Vor dem Nähen der Runde deshalb prüfen, ob die Längsnaht ohne Drehung einmal rundherum läuft.
Das Gummi ist zu lang. Ein lockeres Gummi hält das Haar nicht und das Scrunchie rutscht nach einer Stunde herunter. Lieber zwei Zentimeter kürzer abschneiden, als die Tabelle empfiehlt, und vor dem Zusammennähen um das eigene Handgelenk oder einen Zopf testen.
Das Gummi verdreht sich im Tunnel. Beim Einziehen dreht es sich leicht um die eigene Achse. Bevor die Enden vernäht werden, das Gummi einmal mit den Fingern durch den ganzen Schlauch glattstreichen.
Die falsche Nadel. Bei Seide und Satin hinterlässt eine normale Universalnadel Fäden, die aus dem Stoff gezogen sind. Eine feine Microtex-Nadel in Stärke 60 oder 70 sticht sauber durch. Bei Jersey hilft eine Jersey- oder Stretchnadel, damit keine Fehlstiche entstehen.
Ohne Nähmaschine: Scrunchie von Hand nähen
Ein Scrunchie lässt sich komplett von Hand nähen und braucht dann ungefähr doppelt so lange. Für die Längsnaht und die Runde eignet sich der Rückstich, weil er fest ist und ähnlich aussieht wie eine Maschinennaht. Die Stiche sollten nicht länger als 3 Millimeter sein, sonst reißt die Naht beim Dehnen.
Die Wendeöffnung schließt man mit dem Leiterstich, auch Matratzenstich genannt. Dabei sticht man abwechselnd in die beiden Faltkanten ein, sodass der Faden zwischen ihnen hin und her läuft wie die Sprossen einer Leiter. Zieht man ihn an, verschwindet er vollständig. Einmal gelernt, braucht man ihn ständig, bei Kissen, Kuscheltieren und Wendeöffnungen aller Art.
Handnähen eignet sich gut für Seide und Satin, weil diese Stoffe unter dem Nähfuß gern rutschen. Von Hand lässt sich jeder Zentimeter einzeln führen.
Drei Varianten zum Weiternähen
Nach dem ersten Scrunchie kommt meistens der Wunsch nach einem auffälligeren.
Für ein Scrunchie mit Schleife wird zusätzlich ein Streifen von etwa 40 × 8 Zentimetern rechts auf rechts zu einem schmalen Band genäht, gewendet und an den Enden schräg abgeschnitten und geschlossen. In der Mitte mit ein paar Handstichen auf das fertige Scrunchie genäht und zur Schleife gebunden, sieht es aus wie gekauft.
Ein Scrunchie mit Rüsche entsteht, wenn man vor dem Nähen der Längsnaht ein Spitzen- oder Pomponband zwischen die beiden Stofflagen legt, mit der Zierkante nach innen. Nach dem Wenden steht die Borte außen ab.
Für ein zweifarbiges Scrunchie näht man zwei Streifen von je 45 × 6 Zentimetern an der Längskante zusammen und verarbeitet sie dann wie einen einzelnen Streifen. Je nach Drehung im Haar zeigt das Scrunchie mal die eine, mal die andere Farbe.
Warum Scrunchies wieder da sind
Für ein so beiläufiges Accessoire hat das Scrunchie eine erstaunlich genaue Herkunft. Ende der 1980er-Jahre ließ sich die US-amerikanische Sängerin Rommy Revson ein mit Stoff überzogenes Haargummi patentieren und nannte es Scunci, nach ihrem Hund. Das Wort Scrunchie, abgeleitet vom englischen scrunch für zusammenknautschen, setzte sich später durch.
In den 90ern war es überall, danach galt es lange als peinlich. In der Serie „Sex and the City“ erklärt Carrie Bradshaw 2003, keine echte New Yorkerin würde jemals ein Scrunchie tragen. Ab etwa 2018 kam es zurück, getragen von der allgemeinen 90er-Nostalgie und Plattformen wie TikTok.
Dass es diesmal bleiben dürfte, hat einen praktischen Grund. Ein Scrunchie hält, ohne das Haar so stark einzuschnüren wie ein nacktes Gummi, und hinterlässt weniger Knicke. Wer das Haar tagsüber mehrmals auf- und zumacht, merkt den Unterschied schnell. Und wer selbst näht, bekommt für einen Rest Stoff und ein Stück Gummi etwas, das im Laden fünf bis fünfzehn Euro kostet.
Häufige Fragen zum Scrunchie nähen
Welche Größe sollte ich für einen Scrunchie nähen? Für ein Scrunchie in Standardgröße eignet sich ein Stoffstreifen von 45 × 10 Zentimetern mit 18 bis 20 Zentimetern Gummiband. Kleinere Modelle für Zöpfe gelingen mit 30 × 7 Zentimetern, besonders voluminöse mit 60 × 16 Zentimetern. Die Stofflänge sollte etwa das Zweieinhalbfache der Gummilänge betragen.
Wie kann ich selbst einen Scrunchie nähen? Man faltet einen Stoffstreifen der Länge nach rechts auf rechts, näht die Längskante bis auf eine kleine Öffnung zu, verbindet die beiden Enden zu einem Ring und wendet ihn. Danach wird ein Gummiband eingezogen, zusammengenäht und die Öffnung von Hand geschlossen.
Aus welchem Stoff kann ich einen Scrunchie nähen? Geeignet sind alle dünnen, gut raffbaren Stoffe, also Baumwolle, Popeline, Viskose, Musselin, Jersey, Samt, Seide und Satin. Für Anfänger ist Baumwolle am einfachsten. Steife Stoffe wie Jeans oder Canvas eignen sich nicht.
Was sind Seiden-Scrunchies? Seiden-Scrunchies sind Haargummis mit einem Überzug aus Seide oder Satin. Die glatte Oberfläche erzeugt weniger Reibung am Haar und hinterlässt weniger Knicke als Baumwolle oder ein nacktes Gummi. Sie eignen sich besonders für feines, lockiges oder empfindliches Haar.