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Welt-Männertag: Warum es drei Männertage gibt und worum es am 3. November geht
Der Welt-Männertag fällt jedes Jahr auf den 3. November und dreht sich um Männergesundheit, nicht um Bollerwagen und Bier. Weil es im Kalender gleich drei Tage gibt, die Männern gewidmet sind, landen viele bei der Suche beim falschen Datum. Dabei ist schnell geklärt, welcher Tag wofür steht, und beim Weltmännertag lohnt sich vor allem die Frage, was man an ihm tun kann.
Welt-Männertag am 3. November: Ursprung und Idee
Der Welt-Männertag ist ein Aktionstag zur Männergesundheit, der seit dem Jahr 2000 jeweils am 3. November begangen wird. In diesem Jahr fällt er auf einen Dienstag.
Entstanden ist er in Wien, angestoßen von Medizinern rund um die Universität Wien, die eine einfache Beobachtung nicht losließ. Männer sterben früher als Frauen, sie gehen seltener zum Arzt und sprechen ungern über Beschwerden. Ein fester Termin im Kalender sollte das Thema in Zeitungen und Betriebe bringen, wo es sonst kaum vorkommt. Als Schirmherr gewannen die Initiatoren Michail Gorbatschow, was dem Tag in den ersten Jahren eine Aufmerksamkeit verschaffte, die ein reiner Ärzteappell kaum bekommen hätte.
Ein gesetzlicher Feiertag ist der Weltmännertag weder in Deutschland noch in Österreich oder der Schweiz. Frei hat an diesem Tag niemand, und Geschenke sind auch nicht üblich. Wer ihn ernst nimmt, macht an diesem Tag den Arzttermin, den er seit Jahren vor sich herschiebt.
Weltmännertag, Internationaler Männertag, Vatertag: drei Tage im Vergleich
Im deutschsprachigen Raum heißen drei verschiedene Tage Männertag, und jeder davon hat eine eigene Geschichte.
- Weltmännertag, 3. November. Gegründet 2000 in Wien, Schwerpunkt Gesundheit und Vorsorge. Er ist vor allem in Österreich und Deutschland bekannt.
- Internationaler Männertag, 19. November. Eingeführt 1999 in Trinidad und Tobago auf Initiative des Historikers Jerome Teelucksingh. Es geht um Gleichstellung, Vaterschaft, Jungen in der Schule und positive Vorbilder. Er wird in Dutzenden Ländern begangen und fällt in diesem Jahr auf einen Donnerstag. Das ist der Termin, den Google bei vielen Suchen als Erstes anzeigt.
- Vatertag oder Herrentag, Christi Himmelfahrt. Ein gesetzlicher Feiertag, 39 Tage nach Ostersonntag und deshalb immer an einem Donnerstag. Die Tradition mit Bollerwagen, Wanderung und Bier stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. In Ostdeutschland heißt der Tag oft Herrentag. 2027 fällt er auf den 6. Mai.
Durcheinander geraten vor allem die ersten beiden. Wer im November von „dem“ Männertag spricht, meint in Österreich fast immer den 3. November, international eher den 19. Der Vatertag hat mit beiden wenig zu tun, auch wenn er der einzige ist, an dem tatsächlich viele Männer frei haben.
Woher der Vatertag kommt
Der Vatertag an Christi Himmelfahrt ist der älteste der drei Männertage in Deutschland, hat aber mit Vätern ursprünglich wenig zu tun. Seine Wurzeln liegen in den Herrenpartien des späten 19. Jahrhunderts, vor allem in Berlin und Umgebung.
Männer zogen damals am Himmelfahrtstag in Gruppen aufs Land, mit Pferdewagen, Proviant und reichlich Alkohol. Der freie Feiertag im Frühjahr bot sich dafür an, und die Ausflüge wurden zur festen Gewohnheit. In der DDR hielt sich der Name Herrentag, im Westen setzte sich nach und nach Vatertag durch. Bollerwagen und Bierkasten sind die heutige Form derselben Tradition.
Der amerikanische Father's Day hat einen ganz anderen Ursprung. Ihn regte 1910 Sonora Smart Dodd in Spokane im Bundesstaat Washington an, die ihren Vater ehren wollte, der sie und ihre Geschwister allein großgezogen hatte. In den USA und vielen anderen Ländern fällt er auf den dritten Sonntag im Juni und ist eher ein Familientag mit Karten und Geschenken. Wer in Deutschland von Vatertag spricht, meint fast immer die Himmelfahrtsvariante, und die hat sich bis heute ihren Ruf als Ausflugstag mit Alkohol bewahrt. Das Statistische Bundesamt zählt an Christi Himmelfahrt regelmäßig etwa dreimal so viele Alkoholunfälle mit Verletzten wie an einem durchschnittlichen Tag.
Warum Männergesundheit einen eigenen Tag braucht
Männer leben in Deutschland im Schnitt knapp fünf Jahre kürzer als Frauen, und nur ein Teil dieses Abstands lässt sich mit Biologie erklären. Das Statistische Bundesamt weist diese Lücke seit Jahrzehnten aus, und sie ist zwar geschrumpft, aber nie verschwunden.
Viel davon hat mit Verhalten zu tun. Männer rauchen häufiger, trinken mehr Alkohol, sterben öfter bei Verkehrs- und Arbeitsunfällen und arbeiten häufiger in körperlich belastenden Berufen. Dazu kommt ein Muster, das man aus jeder Hausarztpraxis kennt. Männer kommen später, wenn die Beschwerden schon deutlich sind, und brechen Behandlungen eher ab.
Am deutlichsten wird das bei der psychischen Gesundheit. Rund drei Viertel aller Suizide in Deutschland werden von Männern begangen, so die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamts. Gleichzeitig wird eine Depression bei Männern seltener erkannt, weil sie sich häufiger als Reizbarkeit, Rückzug, Arbeitswut oder Alkoholkonsum zeigt und nicht als Niedergeschlagenheit. Hier setzen die Aktionstage im November an, weil sie ein Gespräch anstoßen können, das sonst gar nicht erst beginnt.
Wer selbst in einer Krise steckt oder sich um jemanden sorgt, findet bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr ein anonymes Gespräch, kostenlos unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die nicht wissen, ob ihr Problem groß genug für einen Anruf ist.
Movember: der Monat mit dem Schnurrbart
Der Weltmännertag fällt in einen Monat, den eine australische Bewegung ganz für Männergesundheit beansprucht hat. Movember, zusammengesetzt aus Moustache und November, begann 2003 in Melbourne mit einer kleinen Gruppe von Freunden, die sich einen Monat lang einen Schnurrbart wachsen ließen und dafür Spenden sammelten.
Aus der Freundesaktion ist eine Stiftung geworden, die nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung mehr als 1.250 Gesundheitsprojekte weltweit finanziert hat. Die Schwerpunkte sind Prostatakrebs, Hodenkrebs, psychische Gesundheit und Suizidprävention. Die Idee wirkt albern, und genau das ist ihr Trick. Ein Schnurrbart, der Anfang November plötzlich im Büro auftaucht, löst Fragen aus, und die Antwort darauf ist schon die halbe Aufklärung.
Wer keinen Bart tragen will, kann bei Movember auch laufen oder gehen. Die Aktion „Move“ verbindet 60 Kilometer im Monat, zwei pro Tag, mit einer Spendenkampagne für die Stiftung.
Was man am Weltmännertag tun kann
Am meisten bringt der Weltmännertag, wenn man ihn für einen Blick in den eigenen Vorsorgekalender nutzt. Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine Reihe von Untersuchungen, die ein großer Teil der Männer nie wahrnimmt.
- Gesundheits-Check-up beim Hausarzt, zwischen 18 und 34 einmal, ab 35 alle drei Jahre. Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin, Gespräch über Risiken.
- Hautkrebs-Screening ab 35 alle zwei Jahre.
- Prostata- und Genitaluntersuchung ab 45 einmal im Jahr.
- Darmkrebsvorsorge ab 50, wahlweise als Stuhltest oder Darmspiegelung.
- Ultraschall der Bauchschlagader einmalig ab 65, weil Aneurysmen bei Männern deutlich häufiger auftreten.
Neben den Untersuchungen lohnt sich ein ehrlicher Blick auf den Alltag. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche, also etwa eine halbe Stunde zügiges Gehen oder Radfahren an fünf Tagen. Ein großer Teil der Männer in Deutschland erreicht das nicht, gerade in Berufen, in denen man den Tag am Schreibtisch oder im Auto verbringt. Wer am Weltmännertag nur eine Sache ändern will, fängt am besten hier an, weil Bewegung gleichzeitig auf Blutdruck, Gewicht, Schlaf und Stimmung wirkt.
Für jüngere Männer gilt ein Punkt, den keine Kasse bezahlen muss, weil man ihn selbst erledigt. Hodenkrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern zwischen etwa 20 und 40, und meist ertastet ihn der Betroffene selbst. Einmal im Monat unter der Dusche abzutasten, kostet eine Minute.
Ein Punkt steht in keiner Vorsorgeliste. Wer einen Freund, Bruder oder Kollegen hat, der sich seit Monaten zurückzieht, kann den 3. November auch einfach als Vorwand nehmen, nachzufragen. Das klingt banal, aber für manche ist genau so ein Anruf der Moment, an dem sich etwas bewegt.
Arbeitgeber und Vereine nutzen den Tag zunehmend für eigene Aktionen, vom Gesundheitscheck im Betrieb bis zum Vortrag über Stress und Schlaf. Das ist sinnvoller, als es klingt, weil viele Männer eher am Arbeitsplatz zu einer Untersuchung gehen als von sich aus in eine Praxis. Ein Blutdruckmessgerät in der Kantine erreicht Leute, die seit zehn Jahren keinen Hausarzt mehr gesehen haben.
Häufige Fragen zum Welt-Männertag
Wann ist weltweiter Männertag? Der Weltmännertag findet jedes Jahr am 3. November statt und steht für Männergesundheit. Daneben gibt es den Internationalen Männertag am 19. November, der sich mit Gleichstellung und sozialen Fragen beschäftigt. Beide werden umgangssprachlich als Weltmännertag bezeichnet.
Was wird am 19. November gefeiert? Am 19. November ist Internationaler Männertag. Er wurde 1999 in Trinidad und Tobago eingeführt und rückt Themen wie Vaterschaft, Jungenförderung, Gleichberechtigung und die psychische Gesundheit von Männern in den Mittelpunkt. Ein gesetzlicher Feiertag ist er in Deutschland nicht.
Was macht man am Weltmännertag? Am Weltmännertag gibt es keine festen Bräuche. Der Tag soll daran erinnern, Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, auf die eigene Gesundheit zu achten und über Belastungen zu sprechen. Viele Krankenkassen, Kliniken und Arbeitgeber nutzen ihn für Informationsaktionen.
Wann ist der Tag der Männer in Deutschland? In Deutschland wird als Männertag meist der Vatertag an Christi Himmelfahrt bezeichnet, ein gesetzlicher Feiertag im Mai oder Juni. Daneben gibt es den Weltmännertag am 3. November und den Internationalen Männertag am 19. November, die beide keine Feiertage sind.